Anfängerfrage Musterseiten

Bereich für Fragen und Lösungen zu Scribus-Einsteiger-Problemen.
Murphy
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Anfängerfrage Musterseiten

Beitrag von Murphy » Fr 8. Nov 2013, 17:44

Hallo erstmal,
ich bin noch recht neu in der Verwendung von Scribus und daher noch in der Lernphase, stehe aber schon an der ersten Hürde.
Scribus-Version ist 1.4.1.

Und zwar wollte ich testweise ein kleines, mehrseitiges Dokument erstellen. Auf jeder Seite sollen bestimmte Elemente gleich sein. Ich möchte also auf jeder Seite an Position X einen Textrahmen mit der Größe Y, in einer festen Farbe mit einer festen Schriftart. Und an Position Z soll sich ein Bildrahmen definierter Größe mit Außenlinie befinden. Der Inhalt besagter Rahmen soll allerdings auf jeder Seite unterschiedlich sein.
Mein Gedanke war nun, dass ich mir eine Musterseite anlege, dort die ensprechenden Rahmen plaziere und die nötigen Einstellungen tätige, die Rahmen aber leer lasse. Dann wollte ich den Seiten des Dokuments die Musterseite zuweisen und die Rahmen mit Inhalt füllen.
Mein Problem ist jedoch, dass ich die Rahmen dann auf den Seiten selbst nicht mehr selektieren und befüllen kann. Ist das so beabsichtigt?
Wenn ja, was wäre denn dann das korrekte Vorgehen, um sicherzustellen, dass ich auf allen Seiten meine jeweiligen Rahmen auch wirklich mit gleichen Optionen habe?


Stellenweise finde ich die Bedienung auch noch ein wenig unintuitiv. Wenn man z.B. von OpenOffice Writer gewöhnt ist, dass man einem Text- oder Bild-rahmen an den vier Seiten unterschiedliche Rahmenstriche zuweisen und den Abstand zum Text einstellen kann, dann wirkt Scribus irgendwie doch etwas rudimentär.



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utnik
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Re: Anfängerfrage Musterseiten

Beitrag von utnik » Fr 8. Nov 2013, 18:15

hallo murphy
Murphy hat geschrieben:Mein Gedanke war nun, dass ich mir eine Musterseite anlege, dort die ensprechenden Rahmen plaziere…

…Mein Problem ist jedoch, dass ich die Rahmen dann auf den Seiten selbst nicht mehr selektieren und befüllen kann. Ist das so beabsichtigt?
eine musterseite enthält in scribus (fast) ausschliesslich unveränderliche inhalte. (seitenzahlen passen sich zwar den dokumentseite an, sind aber dort auch nicht manipulierbar…)

für nachträglich veränderbare elemente gibt es verschiedene möglichkeiten:
  • eine seite mit den gewünschten elementen erstellen und nach bedarf kopieren
    ein dokument mit seitenvorlagen erstellen und diese jeweils ins aktuelle dokument importieren
    automatischen textrahmen beim erstellen des dokumentes über die seitenränder definieren und für den rest mit magnetischen hilfslinien arbeiten
    die elemente (oder element-gruppen) in der bibliothek ablegen und jeweils von dort einfügen
vermutlich gibt es noch weitere möglichkeiten, die im einzelfall sinnvoll sein können.
alle genannten verfahren können nicht (wie eine musterseite) nachträglich irgendwo zentral verändert werden – dies ist allerdings nur auf den ersten blick ein nachteil, da solche 'pauschal-manipulationen' sehr leicht und unbemerkt zu üblen layoutverschiebungen führen können.
Wenn man z.B. von OpenOffice Writer gewöhnt ist, dass man einem Text- oder Bild-rahmen an den vier Seiten unterschiedliche Rahmenstriche zuweisen und den Abstand zum Text einstellen kann, dann wirkt Scribus irgendwie doch etwas rudimentär.
das rudimentäre wird sich wohl grösstenteils verlieren, wenn du dich ein wenig ins programm eingearbeitet hast. viele funktionen verstecken sich im 'eigenschaften'-fenster (f2) – unter anderem auch die einstellungen zum umfliessen von objekten…

gruss
utnik

Murphy
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Re: Anfängerfrage Musterseiten

Beitrag von Murphy » Fr 8. Nov 2013, 19:37

utnik hat geschrieben:eine musterseite enthält in scribus (fast) ausschliesslich unveränderliche inhalte. (seitenzahlen passen sich zwar den dokumentseite an, sind aber dort auch nicht manipulierbar…)
Hm, also ist eine Musterseite im Prinzip eher so eine Art von „Briefpapier”.
die elemente (oder element-gruppen) in der bibliothek ablegen und jeweils von dort einfügen
Hm, diese Bibliothek sieht ganz praktisch aus, ist mir bisher nicht aufgefallen.
alle genannten verfahren können nicht (wie eine musterseite) nachträglich irgendwo zentral verändert werden – dies ist allerdings nur auf den ersten blick ein nachteil, da solche 'pauschal-manipulationen' sehr leicht und unbemerkt zu üblen layoutverschiebungen führen können.
Hm, hätte ich jetzt eigentlich andersrum gedacht. Ich meine man stelle sich mal ein Dokument mit hundert oder mehr Seiten vor, von denen die meisten gleich aufgebaut sind (in meinen Augen also prädestiniert für eine Art von Vorlage). Und dann ist es plötzlich notwendig, das der Textrahmen auf allen Seiten einen halben Zentimeter weiter nach rechts, oder die Fotos ein wenig nach unten verschoben werden müssen.
Da wäre es doch deutlich einfacher wenn das alles irgendwie verknüpft wäre und man diese Änderung nur einmal durchführen muss, damit das Layout im gesamten Dokument einheitlich ist, anstatt das man jeden Textrahmen auf jeder Seite einzeln verändern muss. Letzteres ist doch nicht nur mehr Arbeitsaufwand, sondern bietet doch viel eher das Risiko, dass etwas falsch läuft (hier eine Seite vergessen, da einen Zahlendreher beim Eintippen der neuen Koordinaten).

das rudimentäre wird sich wohl grösstenteils verlieren, wenn du dich ein wenig ins programm eingearbeitet hast. viele funktionen verstecken sich im 'eigenschaften'-fenster (f2) – unter anderem auch die einstellungen zum umfliessen von objekten…
Schon klar, das sich da vieles findet, aber scheinbar nicht alles und stellenweise wohl auch nicht so komfortabel. Zum Beispiel habe ich bisher die angesprochene Option für Rahmenlinien, wie sie aus den Textverabeitungsprogrammen verfügbar ist nicht entdeckt. Also einfach sagen zu können: Oben keine Rahmenlinie, unten 2pt, an den Seiten 1pt.
Oder auch einen Schatten hinter einen Bild- oder Textrahmen hat man in OO-Writer ruck-zuck erstellt. Obwohl das Dinge sind, die ja im Grunde in einer Textverarbeitung nicht wirklich was zu suchen haben.


Was mich zur Zeit auch noch etwas irritiert ist die Objekt-Anordnung: Also das ein Bild, Polygon oder Text-Rahmen VOR einem anderen Textrahmen liegen muss, damit dessen Text das Objekt umfließen kann. Eigentlich würde ich es genau andersherum erwarten, also das es hinter dem Textrahmen liegen müsste. Aber ich schätze sich daran zu gewöhnen ist noch am einfachsten.

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Re: Anfängerfrage Musterseiten

Beitrag von Lehrerin » Fr 8. Nov 2013, 20:06

Hallo Murphy,
du musst bei einem Setzprogramm immer im Hinterkopf haben, dass du im Prinzip arbeitest wie ein Setzer und nicht wie ein Schreiber. Alle Vergleiche mit Schreibprogrammen führen in die Irre.
Murphy hat geschrieben: Ich meine man stelle sich mal ein Dokument mit hundert oder mehr Seiten vor, von denen die meisten gleich aufgebaut sind (in meinen Augen also prädestiniert für eine Art von Vorlage). Und dann ist es plötzlich notwendig, das der Textrahmen auf allen Seiten einen halben Zentimeter weiter nach rechts, oder die Fotos ein wenig nach unten verschoben werden müssen.
Das kann nur notwendig sein, wenn der Satz nicht gründlich vorbereitet wurde. Normalerweise werden solche Dinge nach dem Setzen der 1. Seite endgültig festgelegt.
Murphy hat geschrieben: Schon klar, das sich da vieles findet, aber scheinbar nicht alles und stellenweise wohl auch nicht so komfortabel. Zum Beispiel habe ich bisher die angesprochene Option für Rahmenlinien, wie sie aus den Textverabeitungsprogrammen verfügbar ist nicht entdeckt. Also einfach sagen zu können: Oben keine Rahmenlinie, unten 2pt, an den Seiten 1pt.
Oder auch einen Schatten hinter einen Bild- oder Textrahmen hat man in OO-Writer ruck-zuck erstellt. Obwohl das Dinge sind, die ja im Grunde in einer Textverarbeitung nicht wirklich was zu suchen haben..
Es hat auch in einem Setzprogramm nichts zu suchen, das ist eine Grafik-Funktion. Gerade wenn du einen solchen Rahmen öfters brauchst, lohnt es sich, den in einem guten Grafik-Programm als Bild mit entsprechend guter Auflösung zu erstellen und jeweils in die Textseite zu importieren. Bei schwarz-weiß-Druck musst du mit solchen Rahmen aber aufpassen, das sieht schnell wie eine Todesanzeige aus.
Murphy hat geschrieben: Was mich zur Zeit auch noch etwas irritiert ist die Objekt-Anordnung: Also das ein Bild, Polygon oder Text-Rahmen VOR einem anderen Textrahmen liegen muss, damit dessen Text das Objekt umfließen kann. Eigentlich würde ich es genau andersherum erwarten, also das es hinter dem Textrahmen liegen müsste. Aber ich schätze sich daran zu gewöhnen ist noch am einfachsten.
Aber das ist doch logisch: Das Bild usw. könnte ja auch der Hintergrund für den Text sein.

Gruß
Hannelore

Murphy
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Re: Anfängerfrage Musterseiten

Beitrag von Murphy » Fr 8. Nov 2013, 20:39

Hallo,
Lehrerin hat geschrieben:du musst bei einem Setzprogramm immer im Hinterkopf haben, dass du im Prinzip arbeitest wie ein Setzer und nicht wie ein Schreiber. Alle Vergleiche mit Schreibprogrammen führen in die Irre.
Gehört Scribus nicht in die Kategorie DTP? Das geht doch aber m.E. über einfachen Textsatz hinaus und schon eher in die Layout-Richtung.
Das kann nur notwendig sein, wenn der Satz nicht gründlich vorbereitet wurde. Normalerweise werden solche Dinge nach dem Setzen der 1. Seite endgültig festgelegt.
… und dann kommt jemand aus dem Management daher und ändert seine Meinung. ;)
Es hat auch in einem Setzprogramm nichts zu suchen, das ist eine Grafik-Funktion. Gerade wenn du einen solchen Rahmen öfters brauchst, lohnt es sich, den in einem guten Grafik-Programm als Bild mit entsprechend guter Auflösung zu erstellen und jeweils in die Textseite zu importieren. Bei schwarz-weiß-Druck musst du mit solchen Rahmen aber aufpassen, das sieht schnell wie eine Todesanzeige aus.
In einem Setzprogramm würde ich es auch nicht erwarten, aber wie gesagt war ich der Meinung es gehe hier um DTP. Und da empfinde ich so eine Funktion schon als essentiell. Ich kenne eigentlich fast keine Publikation, in der es keine Textrahmen mit Rahmen (und ggf. Schatten) gibt.
Murphy hat geschrieben: Was mich zur Zeit auch noch etwas irritiert ist die Objekt-Anordnung: Also das ein Bild, Polygon oder Text-Rahmen VOR einem anderen Textrahmen liegen muss, damit dessen Text das Objekt umfließen kann. Eigentlich würde ich es genau andersherum erwarten, also das es hinter dem Textrahmen liegen müsste. Aber ich schätze sich daran zu gewöhnen ist noch am einfachsten.
Aber das ist doch logisch: Das Bild usw. könnte ja auch der Hintergrund für den Text sein.
Den Zusammenhang sehe ich nicht. Wenn ich das Bild als Hintergrundbild haben möchte, schalte ich die Umfließen funktion ab und gut ist. Wenn ich möchte dass der Text um das Bild fließt schalte ich es ein.
Wie gesagt finde ich es gewöhnungsbedürftig: In meiner Gedankenwelt setzt sich so ein Dokument Schicht für Schicht zusammen. Ich fange mit der untersten Ebene an, und plaziere dort ein Objekt. Dann lege ich das nächste Objekt darüber usw. Wenn ich jetzt einen Rahmen mit Text irgendwo hin lege, dann kann dieser in meiner Vorstellung eben nur Objekte umfließen, die bereits da sind (also in einer Ebene darunter liegen). Von Objekten die später kommen kann der Text ja jetzt noch nichts wissen.
So wie Scribus das offenbar handhabt muss ich jetzt umdenken. Das ist dann logisch wenn ich davon ausgehe, dass nicht der Text das Objekt umfließt, sondern dass ein neu hinzukommendes Objekt einen Text von dort verdrängt wo ich es hinzufüge.

Aber mit dem Hintergrundbild sprichst du einen sehr interessanten Punkt an: Was mache ich, wenn ein Bild beides sein soll? Nehmen wir an ich habe ein Bild von einem Fussball auf einer grünen Wiese. Jetzt möchte ich, dass die Wiese als Hintergrund für einen Text fungiert, der Text aber um den Ball herum fließt?
In meiner Ursprünglichen Vorstellung (Bild hinter Text) hätte ich einfach die Konturlinie so verkleinert, dass sie nur noch um den Ball führt. Aber in Scribus liegt der Text ja hinter dem Bild und würde dann entsprechend verschwinden.

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Re: Anfängerfrage Musterseiten

Beitrag von Lehrerin » Fr 8. Nov 2013, 21:11

Hallo,
Murphy hat geschrieben:Hallo,
Lehrerin hat geschrieben:du musst bei einem Setzprogramm immer im Hinterkopf haben, dass du im Prinzip arbeitest wie ein Setzer und nicht wie ein Schreiber. Alle Vergleiche mit Schreibprogrammen führen in die Irre.
Gehört Scribus nicht in die Kategorie DTP? Das geht doch aber m.E. über einfachen Textsatz hinaus und schon eher in die Layout-Richtung.
Was stellst du dir darunter vor? Auch in Indesign kann man auf einer Musterseite nur feststehende Objekte platzieren, die Text- und Bildrahmen müssen auf jeder Seite neu erstellt werden. Layout ist doch nur das englische Wort für Satz.
Das kann nur notwendig sein, wenn der Satz nicht gründlich vorbereitet wurde. Normalerweise werden solche Dinge nach dem Setzen der 1. Seite endgültig festgelegt.
Murphy hat geschrieben:… und dann kommt jemand aus dem Management daher und ändert seine Meinung. ;)
Dann musst du ihm erklären, dass das bedeutet, komplett vorn anzufangen, eben genauso wie früher beim Setzen.
Murphy hat geschrieben:In einem Setzprogramm würde ich es auch nicht erwarten, aber wie gesagt war ich der Meinung es gehe hier um DTP. Und da empfinde ich so eine Funktion schon als essentiell. Ich kenne eigentlich fast keine Publikation, in der es keine Textrahmen mit Rahmen (und ggf. Schatten) gibt.
Die sind in der Regel extra als Grafik gemacht und kommen aus einer entsprechenden Grafikbibliothek. Bloß weil man eine Programmbezeichnung ins Englische übersetzt, ändert sich die Funktion nicht.
Murphy hat geschrieben: Aber mit dem Hintergrundbild sprichst du einen sehr interessanten Punkt an: Was mache ich, wenn ein Bild beides sein soll? Nehmen wir an ich habe ein Bild von einem Fussball auf einer grünen Wiese. Jetzt möchte ich, dass die Wiese als Hintergrund für einen Text fungiert, der Text aber um den Ball herum fließt?
Zwei Bilder.

Aber ich denke, du solltest zunächst einmal etwas wirklich mit Scribus produzieren, bevor du alle möglichen Sonderfälle konstruierst.

Gruß
Hannelore

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Re: Anfängerfrage Musterseiten

Beitrag von utnik » Fr 8. Nov 2013, 23:02

hallo murphy

ich glaube, du solltest deinen workflow etwas strukturieren und dabei die einzelnen arbeiten auf die richtigen programme verteilen (je eins für bildbearbeitung, vektorgrafik, textbearbeitung und layout…)
natürlich kannst du in scribus einfache vektorgrafiken erstellen, gewisse filter über pixelbilder legen oder texte schreiben (im prinzip kannst du sogar die texte in 'gimp' verfassen, wenn's dir spass macht…) – das sind aber alles eher krücken.
scribus ist dazu da, elemente, welche in zulieferprogrammen erstellt wurden, zu einem sauberen dokument zu verarbeiten und dieses als professionelles .pdf auszugeben. (für bildschirm oder druck…)

daneben ist scribus auch nicht ein programm, für dessen beherrschung ausser der installation keine lernschritte notwendig sind. es gibt zwar nicht ganz alle funktionen, die 'indesign' bietet (einzelne scribus-features fehlen aber auch dort…) – in vielen fällen werden sich die lösungen aber bei einer durchsicht der menus, programm- und dokumenteinstellungen, sowie insbesondere des 'eigenschaften'-dialogs finden lassen…
Murphy hat geschrieben:…mit dem Hintergrundbild sprichst du einen sehr interessanten Punkt an: Was mache ich, wenn ein Bild beides sein soll? Nehmen wir an ich habe ein Bild von einem Fussball auf einer grünen Wiese. Jetzt möchte ich, dass die Wiese als Hintergrund für einen Text fungiert, der Text aber um den Ball herum fließt?
da würde ich das bild hinter den text legen, einen freien pfad (oder im fall des fussballs einen kreis) darüber und dieses pfadobjekt umfliessen lassen – allerdings ist dieses 'text-vor-bild'-gewurstel in den meisten fällen bereits die grundlage für schwer leserliche layout-todsünden…

gruss
utnik

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Re: Anfängerfrage Musterseiten

Beitrag von Arran » Sa 9. Nov 2013, 01:53

Ich erlaube mir hier mal einige Bemerkungen als gelernter Blei-Typograf (Setzer) und späterer Layouter.
Lehrerin hat geschrieben:Setzprogramm
Sehr schön ausgedruckt, habe ich bis jetzt noch nie gehört.
Lehrerin hat geschrieben:Normalerweise werden solche Dinge nach dem Setzen der 1. Seite endgültig festgelegt.
Eher nicht. Man bekommt vom Faktor die Vorgaben für das Layout. Das ist meistens in Ciceros und halben festgehalten. Also ist alles bereits bei der Auftragsvorbereitung abgeschlossen. Allerdings muss auch gesagt werden, dass Zeitschriften, Zeitungen, die meisten Bücher nicht im Hansatz sondern maschinell gesetzt werden, der Setzer stellt dann die Seiten manuell zusammen, Mettage genannt. Je nach Fähigkeiten lässt der Faktor hier etwas Freiheiten, vor allem bei Akzidenzen (Gelegenheitsaufträge, wie Visitenkarten, Todes- und Heiratsanzeigen, etc).
Lehrerin hat geschrieben:Es hat auch in einem Setzprogramm nichts zu suchen, das ist eine Grafik-Funktion.
Vollste Zustimmung. Gleiches gilt mit Farben. Für Farbe im Bleisatz benötigt man pro Druckfarbe immer einen ganzen Rahmen. zB für ein einziges rotes «i» in einem Markennamen für einen A4-Prospekt braucht es zusätzlich zum Schwarz etwa 6 Kilo Blei und zwei extra Rahmen von ca 1 Kilo um dieses «i» passgenau einzurichten, das rot wird ja bekanntlich aus Magenta undCyan gemischt. So kann für einen vierfarbigen und vierseitigen Prospekt ohne weiteres 20 Kilo verwendet werden.
Murphy hat geschrieben: und dann kommt jemand aus dem Management daher und ändert seine Meinung.
Das gab in der Regel sehr teure und bei uns sehr willkommene Überstunden. Vorgänglich vertraglich festgelegt, sogenannte Autorkorrekturen. Damals waren die Manager noch eher bewusst, was Arbeit kostet. Ausser die beim Staat, die ja immer nie ihr eigenes Geld verschwenden konnten....

Was wir auch ganz extrem hassten, waren Tabellen. Man muss sich vorstellen, da musste jede einzelne Linie separat eingebaut werden, Meistens waren möglichst viele waagrechten durchgehend und die Senkrechten (mit Ausnahme von Seitenlinien) jede einzeln korrekt gesetzt. Bei denen war ich oft lieber krank ... Kein Wunder, dass die schon gegen Ende der sechziger Jahre nur noch grafisch erstellt wurden, der Satz dann mit Monotype punktgenau, einfach ohne Linien erstellt. Anschliessend wurden zuerst die Linien- und anschliessend die Textrahmen gedruckt, ab den späteren 60er konnte dann Offset fürs Drucken eingesetzt werden. Da gingen dann die Linien und die Schrift in einem.

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Re: Anfängerfrage Musterseiten

Beitrag von Arran » Sa 9. Nov 2013, 02:08

Murphy hat geschrieben:Aber mit dem Hintergrundbild sprichst du einen sehr interessanten Punkt an: Was mache ich, wenn ein Bild beides sein soll? Nehmen wir an ich habe ein Bild von einem Fussball auf einer grünen Wiese. Jetzt möchte ich, dass die Wiese als Hintergrund für einen Text fungiert, der Text aber um den Ball herum fließt?
Am besten zuallererst den Scribus-Einführungskurs in der Gimpwerkstatt durcharbeiten. Dabei öffnen sich Dir in über 20 Lektionen die meisten Geheimnisse und Besonderheiten von selbst. Mit etwas Fleiss bist Du in drei, vier Wochen durch. Schau Dir hier mal an, was geboten wird. Alle Aufgaben werden persönlich begutachtet und kommentiert, so dass Du wirklich lernst, wie etwas funktioniert. Auch Fragen kannst Du dabei gerne stellen.

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Re: Anfängerfrage Musterseiten

Beitrag von Lehrerin » Sa 9. Nov 2013, 08:51

Hallo Arran,
Arran hat geschrieben:Ich erlaube mir hier mal einige Bemerkungen als gelernter Blei-Typograf (Setzer) und späterer Layouter.
Lehrerin hat geschrieben:Setzprogramm
Sehr schön ausgedruckt, habe ich bis jetzt noch nie gehört.
Lehrerin hat geschrieben:Normalerweise werden solche Dinge nach dem Setzen der 1. Seite endgültig festgelegt.
Mein Hintergrund ist mein VHS-Kurs "Bücher machen". Dafür habe ich den Gedanken des Setzens in den Vordergrund gestellt, um die Leute von vornherein von Vergleichen mit Schreibprogrammen abzubringen und klar zu machen, dass es sich bei Scribus um einen ganz anderen Programmtyp handelt.
Für diese - meist Hobby-Schriftsteller - gibt es keine Layout-Vorgaben außer dem, was was sie so selbst sich im Kopf vorstellen. Deshalb meine Angabe, die erste gesetzte Textseite auszudrucken und nach diesem Eindruck dann z.B. die Weite des Grundlinienrasters endgültig festzulegen. Für einen Laien ist das so einfacher.

Gruß
Lehrerin

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