Textformatierung beibehalten beim Einfügen

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Oldi
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Textformatierung beibehalten beim Einfügen

Beitrag von Oldi » Fr 27. Dez 2013, 12:14

Hallo,

ich habe wieder ein neues Problem aufgetan und hoffe das mir hier (wieder) jemand helfen kann. Ich habe eine Menge Manuskripte im Wordformat vorliegen, die teilweise heftig gebrauch machen von "kursiv" und ähnlichen Formatierungen. Um den Text in Scribus einzufügen, kopiere ich den Text aus Word mit Copy & Paster (Zwischenablage) in den Story Editor. Das ist einerseits ganz praktisch, da ich dann alle Seiten auf einmal importieren kann, und dann "nur noch" auf den Text die Absatzformate anwenden muss.

Das Problem ist allerdings, das ich auf diesem Wege alle Formatierungen wie Kursiv, Fett, etc. verliere! Bei langen Manuskripten muss ich dann per Hand nach jedem Wort suchen, und das kann im Story Editor ziemlich anstrengend und langwierig sein.

Hat jemand eine Idee wie man entweder a) Import von Text mit beibehaltung der Formate oder b) Absatzformate nicht auf formatierten Text anwenden kann?

Was mich auch seeehr stört ist das beim erneuten Klicken in den Story-Editor (nach Fensterwechsel zu Word) ich immer wieder ganz Oben im Story Editor anfangen muss! Ich kann also nicht zwischen Fenstern hin- und herspringen ohne das ich die Stelle verliere an der ich zuletzt gearbeitet habe. Da hilft wohl nur mit einem Laptop vor der Nase den Text zu verfolgen, oder?

danke!
Jens

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Lehrerin
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Re: Textformatierung beibehalten beim Einfügen

Beitrag von Lehrerin » Fr 27. Dez 2013, 13:30

Hallo Jens,

zunächst solltest du dir nicht angewöhnen, alle Textrahmen in einem Dokument miteinander zu verknüpfen. Dadurch bekommst du ellenlage Texte im Storyeditor. Da ja sowieso jedes Kapitel in einem Buch auf einer rechten Seite anfangen muss, rate ich, immer nur bis zum Kapitelende zu verknüpfen (oder z. B. bis zu einem seitengroßen Bild oder einer ähnlichen Marke). Du kannst dann natürlich auch nur kapitelweise einfügen, bekommst aber im Storyeditor immer nur das Stück, das du gerade bearbeitest.

Dann solltest du zwischen Absatzformat und Zeichenformat unterscheiden. Ein Absatzformat (Absatzzstil)geht immer bis zum nächsten harten Return. Es definiert in der Regel eine Grundschrift für einen Absatz und wird im Storyeditor zugewiesen. Ein Zeichenformat (Zeichenstil) gilt für einzelne Zeichen, als Hervorhebungen wie kursiv, fett oder etwas in einem besonderen Font und wird direkt im Textrahmen zugewiesen (in den Textrahmen doppelt klicken, entsprechende Zeichen markieren, im Eigenschaftsfenster - Text den gewünschten Zeichenstil zuweisen).

Ob es für Scribus einen Importfilter für WORD gibt, weiß ich nicht, es kommt da ja auch auf die Version an. Ich importiere grundsätzlich nur aus dem Editor heraus, weil mir die Gefahr des Imports verborgener Steuerzeichen (von denen WORD voll ist) viel zu groß ist. Außerdem bringt ein Importfilter nur etwas, wenn man bereits in WORD absolut exakt mit Absatz- und Zeichenformaten arbeitet und nichts händisch zuweist. WORD hat nämlich die unangenehme Eigenschaft, bei jeder Zuweisung ein neues Format anzulegen, beim Importieren werden die ja mitgenommen und man hat dann einen ziemlich unübersichtlichen Matsch von mehreren Dutzend Absatz- und Zeichenstilen.

Gruß
Lehrerin

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Re: Textformatierung beibehalten beim Einfügen

Beitrag von Arran » Fr 27. Dez 2013, 15:49

Da ja sowieso jedes Kapitel in einem Buch auf einer rechten Seite anfangen muss,
Einspruch! Euer Ehren.
Vielleicht mag das bei Büchern für Lehrer stimmen. Aber sonst ist das 1. dem Autor und 2. dem Art-Director des Verlages offen, wie er sein Buch gestalten will. Sonst haben wir auch hier noch einen weiteren Einheitsbrei. Als nächstes wird dann wohl noch die Schrift vorgeschrieben: Arial für Grotesk und Titelschrift, Times New Roman als Brotschrift. Möge uns der Heilige Gensfleisch zu Gutenberg davor bewahren.

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

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Re: Textformatierung beibehalten beim Einfügen

Beitrag von utnik » Fr 27. Dez 2013, 16:22

hallo jens

ich würde mir den 'story editor' im allgemeinen eher abgewöhnen, da du fast alles direkt im textrahmen bequemer erledigen kannst. (z.b. absatzstile zuordnen via 'eignschaften' (f2) → 'text'…)
in word zugeordnete manuelle formatierungen sind wohl wirklich verloren, sobald du in scribus einen stil zuordnest — egal, wie du importiert oder kopiert hast.
beim import aus libreOffice oder openOffice kannst du wenigstens die absatzstile mitnehmen. falls solche benutzt wurden, lohnt es sich eventuell, die word dateien in einem dieser programme zu öffnen und als .odt abzuspeichern.

den hinweis auf den kapitelanfang würde ich als empfehlung ansehen, das dokument bereits während des schreibens bewusst zu strukturieren. als zwingende vorgabe sehe ich es nicht an, immer rechts zu beginnen…

gruss
utnik

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Re: Textformatierung beibehalten beim Einfügen

Beitrag von Lehrerin » Fr 27. Dez 2013, 17:02

Hallo Utnik,
utnik hat geschrieben: ich würde mir den 'story editor' im allgemeinen eher abgewöhnen, da du fast alles direkt im textrahmen bequemer erledigen kannst. (z.b. absatzstile zuordnen via 'eignschaften' (f2) → 'text'…)
Leider gehen in Scribus portable weiche Returns nicht in Textrahmen (z. B. in Aufzählungen)
utnik hat geschrieben: den hinweis auf den kapitelanfang würde ich als empfehlung ansehen, das dokument bereits während des schreibens bewusst zu strukturieren. als zwingende vorgabe sehe ich es nicht an, immer rechts zu beginnen…
Wenn du's nicht machst, kriegst du es von Typografie-Puristen sofort um die Ohren gehauen ;) Aber es ging eigentlich nicht darum, sondern um die Verkettung von Textrahmen über ein ganzes Dokument.

Gruß
Lehrerin

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Re: Textformatierung beibehalten beim Einfügen

Beitrag von utnik » Fr 27. Dez 2013, 18:39

hallo hannelore
Lehrerin hat geschrieben:Leider gehen in Scribus portable weiche Returns nicht in Textrahmen
das mag sein – habe keine erfahrung mit der portable-version. in der standardversion funktionieren einfache zeilenwechsel problemlos.
Wenn du's nicht machst, kriegst du es von Typografie-Puristen sofort um die Ohren gehauen
ich bin in religionsdingen nicht sehr autoritätsgläubig – es gibt durchaus sinnvolle layouts, die sich mit dem von dir vertretenen dogma beissen…
…es ging eigentlich nicht darum, sondern um die Verkettung von Textrahmen über ein ganzes Dokument.
auch da sehe ich je nach projekt vor- und nachteile – der import in ein einfaches layout läuft jedenfalls flüssiger, wenn alles am stück in verkettete rahmen fliesst (oft sogar wenn nachträglich gesplittet wird…)

gruss
utnik

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Re: Textformatierung beibehalten beim Einfügen

Beitrag von Arran » Fr 27. Dez 2013, 19:17

Lehrerin hat geschrieben:Wenn du's nicht machst, kriegst du es von Typografie-Puristen sofort um die Ohren gehauen
Als gelernter Typograf an der Kunstgewerbeschule in Zürich widerspreche ich Dir da vollkommen. Nur Amateur-Typografen sind so stur.
Lehrerin hat geschrieben: Aber es ging eigentlich nicht darum, sondern um die Verkettung von Textrahmen über ein ganzes Dokument.
Im Eingangsbetrag von Oldi steht allerdings kein Hauch von «Verkettung von Textrahmen».

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Re: Textformatierung beibehalten beim Einfügen

Beitrag von Lehrerin » Fr 27. Dez 2013, 19:25

Arran hat geschrieben:Im Eingangsbetrag von Oldi steht allerdings kein Hauch von «Verkettung von Textrahmen».
Wer lesen kann ist echt im Vorteil. Oldi hatte geschrieben, dass er, wenn er den Storyeditor aufruft, immer am Anfang seines Dokuments ist. Das passiert nur, wenn die Textrahmen durchgängig verkettet sind.

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Re: Textformatierung beibehalten beim Einfügen

Beitrag von Lehrerin » Fr 27. Dez 2013, 19:45

Arran hat geschrieben:
Lehrerin hat geschrieben:Wenn du's nicht machst, kriegst du es von Typografie-Puristen sofort um die Ohren gehauen
Als gelernter Typograf an der Kunstgewerbeschule in Zürich widerspreche ich Dir da vollkommen. Nur Amateur-Typografen sind so stur.

Das mag im Ausland anders gelehrt werden - auch im englischsprachigen Raum sind einige Gestaltungsmerkmale anders (z. B. Rückenbeschriftung in der anderen Richtung). Mein Lehrer (gelernter Schriftsetzer und studierter Grafiker) sah das anders und in der Fachliteratur steht es auch anders, s. Gulbins/Kahrmann.
Nur Menschen, die ihr Fachwissen als exklusiv behalten wollen, raten Anfängern, sie könnten Dinge handhaben, ohne sich an übliche Regeln zu halten (wahrscheinlich weil die Fachleute wünschen, dass sich Laien auf diese Weise bloßstellen).
Nachtrag: Tatsächlich habe ich jetzt mal drei Bücher aus einem schweizerischen Verlag aus meinem Bücherschrank gezogen, da fangen tatsächlich Hauptkapitel auch auf linken Seiten an.

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Re: Textformatierung beibehalten beim Einfügen

Beitrag von utnik » Fr 27. Dez 2013, 20:34

Lehrerin hat geschrieben:…habe ich jetzt mal drei Bücher aus einem schweizerischen Verlag aus meinem Bücherschrank gezogen, da fangen tatsächlich Hauptkapitel auch auf linken Seiten an.
gibt's auch (und gar nicht so selten) in deutschen büchern – sieh einfach mal nach!
…und wenn bisher alle kapitel auf ungeraden seiten beginnen würden, wäre es für mich noch kein grund, dies nicht zu hinterfragen…

ist aber jetzt weit im 'off topic'-bereich – sorry!

gruss
utnik

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