Lösungsansatz für korrekte PDF-Dokumente

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UBScribus
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Lösungsansatz für korrekte PDF-Dokumente

Beitrag von UBScribus » Fr 19. Jul 2019, 16:07

Ich arbeite seit vielen Jahren in der Druckvorstufe und habe sehr oft auch mit fehlerhaften PDF-Daten zu tun die falsch erstellt werden. Wenn man in der Druckindustrie arbeitet hat man in den meisten Fällen (zumindest bei mir) Adobe Acrobat mit Pitstop um PDF-Daten zu prüfen oder zu korrigieren. Aber wenn man so wie ich angefangen hat privat mit Scribus über Linux zu arbeiten muss man nach anderen Lösungen suchen und durch mein Lesen in diesem Forum ist es gar nicht so einfach eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Im Gegenteil: es gibt häufig Fragen zu diesem Thema.

Mein Lösungsansatz gilt nun hauptsächlich für den Digitaldruck kann aber bestimmt auch auf den Offsetdruck übertragen werden.

Zuerst aber noch ein paar Infos:
Ich gehe davon aus das das Farbmanagement korrekt eingestellt ist.

Für den Druck im Digitaldruck benötige ich eigentlich kein Überdrucken, außer ich möchte vielleicht zb auf einer Vutek mit Weissdruck etwas unterlegen. Ansonsten gilt eigentlich immer: Das was oben liegt hat Priorität und somit sollte alles auf "Überdrucken" stehende deaktiviert werden.

Zu den Farben:
In der Farbtabelle von Scribus stehen zb die Farben "Black" und "White". Diese Farbnamen haben schon zu Freehandzeiten auf manchen RIP's Probleme bereitet und tun es auch heute noch. Ich nutze sie deshalb nicht und habe mir die Farben Schwarz, Cyan, Yellow, Magenta und Weiss neu als Farben angelegt.

Nun zu meinem Vorschlag wie man prüfen kann wie Farben und Aufteilung und evtl. Überdrucken kontrolliert werden können:
Wenn man seine Datei fertig hat geht man auf "Drucken" und wählt als Ausgabeziel in "Datei" aus. Dadurch wird am Ende eine Postscriptdatei erstellt was hier aber nur zur Dateikontrolle dienen soll. Unten im ersten Reiter "Optionen" nun auf "Farbseparationen" stellen, im Feld daneben auf "in Farbe drucken, falls möglich", Postscriptlevel-3 und dann auf Druckvorschau.
Jetzt geht ein weiteres Fenster auf wo sich links eine Ansicht befindet und rechts alle Farben des Dokumentes gelistet werden (ausser Weiß) und man kann die Farben ein- und ausblenden und sieht evtl. wo ein "Überdrucken" (zb für den Offsetdruck) eingestellt werden sollte.
Noch eine Info zu den Farben: Ich produziere nur auf Folie alles in ISO-Coated-v2 und somit werden auch alle Bilddaten in ISO-Coated-v2 gewandelt. Hierbei aber unbedingt "ohne Profil" speichern weil gewandelt ist ja schon und wenn da noch ein Profil dranhängt wird man das so nicht sehen aber ein RIP würde diese Information mit einberechnen und das führt zu Bildverfälschungen.
Zum PDF-Speichern selbst: Ich würde empfehlen nur PDF/X-1a zu verwenden wenn kein Überdrucken erforderlich ist (wird meines Erachtens auch nicht berücksichtigt bzw. gelöscht). Benötigt man aber zb wie oben erwähnt einen Druck der zb partiell mit Weiss unterlegt werden soll müssen diese Weissteile ja auf "Überdrucken" gestellt werden damit die Weissform erhalten bleibt. Bei Adobe ist als PDF-X3 das Überdrucken automatisch aktiviert. Übrigens: wenn man mit Weissdruck arbeitet darf man nicht das Weiss aus der Farbpalette verwenden sondern muss sich eine Sonderfarbe anlegen. Die Farbdarstellung ist nicht wichtig aber der Farbname muss für den Druck ersichtlich sein so wie zb bei Vutek mit "White_Ink".

Übrigens: Ich kann nur empfehlen sich von der Seite "Cleverprinting" das Handbuch zu downloaden und von Anfang bis Ende zu lesen. Es gibt viele interessante und auch wie wichtige Infos zb. das keine Profile in einer korrekten PDF sein dürfen (Auf Seite 204, 3. Spalte, letzter Absatz). Viele Dinge sind zwar für die Adobe Programme aber dass eine oder andere Hintergrundwissen kann nicht schaden.
Hier unter Seite 195 sind die Vorteile von PDF/X-1a aufgeführt.

Hier der Link:
cleverprinting.de/cleverprinting-handbuch-kostenlos-herunterladen

So, ich hoffe ich habe nichts vergessen und kann mit dieser Info helfen.
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